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Affinitätsanalyse

Ein zunächst umfangreiches, nach einer Strukturierten Analyse zu entwickelndes Projekt der Software-Entwicklung soll weiter zerlegt werden. Dazu ist es erforderlich, Teilsysteme (für Teilprojekte) zu schneiden, die untereinander bezüglich der auszutauschenden Daten schnittstellenarm sind. Das bedeutet, Funktionen einer Anwendung, die einen hohen gemeinsamen Datenbedarf und damit eine Affinität zueinander haben, sollen jeweils zu einem Teilsystem zusammengefasst werden.
Das Ziel bei dieser Vorgehensweise ist, für ein definiertes Teilsystem ein Teilprojekt aufsetzen zu können. Dazu gehört natürlich auch, dass die Anforderungen zuvor systematisch erhoben und bewertet wurden (s.a. Vorgehensmodell Anforderungsanalyse).

Zur Definition dieser Teilsysteme kann die Affinitätsanalyse genutzt werden. Voraussetzung für ihre Durchführung ist, dass

mit dem Ergebnis Funktionenmodell / Prozessmodell sowie Datenmodell / Objektmodell zumindest in grober Form durchgeführt wurden (s.a. Projekt-Beispiel: IV-Rahmenplanung in einem Museum).

Alternativ kann eine OO-Analyse unter Einsatz der UML (Unified Modeling Language) mit den Ergebnistypen 'Use Case' und 'Domänenklasse' durchgeführt worden sein.

Steht kein Werkzeug der Anforderungsanalyse oder auch kein Werkzeug der Anwendungsentwicklung in der Informatik zur Verfügung, das eine entsprechende Komponente bzw. Leistungsmerkmal enthält, bietet sich ein heuristisches Verfahren für die Bestimmung der Affinität an.
Bei dem heuristischen Vorgehen werden alle Entitätstypen in die Spalten und alle Funktionen in die Zeilen einer Matrix übertragen. In die Zellen wird die Nutzungsform von Objekt, Entität bzw. Relation durch die Funktion (Create, Read, Update, Delete/Destroy - daher auch CRUD-Matrix) als Beziehung eingetragen.

Über einen mehrstufigen Sortierprozess werden in der Affinitätsanalyse die Funktionen (Use Cases) und Entitätstypen (Domänenklassen) so gruppiert, dass sich in der CRUD-Matrix zusammenhängende Blöcke von Einträgen mit gleicher oder ähnlicher Art der Nutzung ergeben. Diese Gruppierungen in der CRUD-Matrix sind geeignete Vorschläge für die Abgrenzung von Teilsystemen einer stufenweisen Projektentwicklung.
Natürlich spielen bei der Definition der Teilsysteme zusätzlich weitere Aspekte wie Dringlichkeit der Prozesse und Abhängigkeiten hinsichtlich der Einführung in einer Organisation eine wichtige Rolle. Diese Abhängigkeiten lassen sich jedoch ebenfalls aus der CRUD-Matrix ablesen.

Das Ergebnis eines solchen mehrstufigen Prozesses der Affinitätsanalyse ist für einen Ausschnitt aus einer Hotel-Verwaltung ist in der nachfolgenden Darstellung als Beispiel veranschaulicht.

CRUD-Matrix in der Affinitätsanalyse

Beispiel Excel-Grafik: Darstellung einer sortierten CRUD-Matrix zu einem Hotel-Betrieb mit der Ausprägung von drei Anwendungssystemen Geschäftspartner, Beherbergung, Wellness) als Ergebnis.

Als Resultat der Affinitätsanalyse lassen sich Gruppen von Objektklassen / Entitätstypen ermitteln, die von Gruppen von Use Cases / Funktionen modifiziert werden. Die Zusammenfassung dieser Gruppen zu Teil-Anwendungen gemäß ihrer Affinität bringt Vorteile in der Realisierung, zum Beispiel durch eine frühzeitige Nutzung als Teil-Produkt.

Zum Thema Affinitätsanalyse in einem IV-Projekt bietet INffORUM ein Regelwerk für das Verfahren sowie Coaching und Unterstützung bei der Durchführung. Profitieren Sie in Ihrem IT-Projekt von den langjährigen Erfahrungen der INffORUM Berater.