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Netzplan-Technik im Projekt-Management

Ursprung der Darstellung von Projekt-Aktivitäten in einem Netzplandiagramm als Management-Technik war die Methode zum Feststellen und Aufzeigen der kritischen Wege (kritische Pfade) im Rahmen der Critical Path Method (CPM). Das Ziel war, im Netzplandiagramm zu erkennen, welche Aktivität bzw. welcher Vorgang mit und welche ohne Zeitreserve (Pufferzeiten) durchzuführen sind, welcher Vorgang damit die Ausführungsdauer für das Projekt beeinflusst. Die Netzplan-Technik ist als Planungsmethode sowohl Darstellungsmittel für die Terminplanung als auch Algorithmus für die Berechnung des Kritischen Pfades (Critical Path Method) und der Projekt-Gesamtdauer.

Der Netzplan wird in der CPM-Darstellung mit Knoten und Kanten (Petri-Netz) aufbereitet, wobei die Aktivität (Name, Dauer) in den Kanten und die Zeiten (frühester / spätester Anfangstermin / Endtermin mit Nummerierung) in den Knoten abgebildet werden. Das Netz im CPM-Diagramm bildet damit einen Vorgangspfeil-Netzplan (auch VPN) ab. Weitere Angaben waren im Diagramm der CPM-Netzplantechnik nicht vorgesehen. Der zeitliche Puffer ist im CPM-Netzplan nicht direkt vermerkt. Für die Ermittlung ist notwendig, den Puffer zum Beispiel aus den unterschiedlichen Ende-Terminen zweier Aktivitäten, die einen gemeinsamen Nachfolger im CPM-Netzplan haben, abzulesen. Ebenso können Meilensteine nicht im CPM-Diagramm dargestellt werden.

weiterführende
externe Links

Netzplan-Techniken: CPM, PERT MPM, GERT (Kap. 2.2)

CPM-Diagramm

1 - Aktivität, Vorgang
2 - Dauer der Aktivität,

3 - Ereignis-Nr
4 - frühestmöglicher Anfangs-/Endtermin,   5 - spätester Anfangs-/Endtermin

Beispiel: Symbole Critical Path Method Darstellung CPM-Netzplan

CPM-Netzpläne (ab Seite 17)

Eine geringfügige Erweiterung in der Anwendung der Netzplan-Methode gegenüber der CPM-Technik stellt die Vorgehensweise nach der PERT-Diagramm-Technik (Program Evaluation and Review Technic) im Projekt-Management dar. Die Darstellungstechnik im PERT-Diagramm bildet einen Ereignisknoten-Netzplan (auch EKN) ab. Das PERT-Diagramm bzw. die PERT-Methode liefert einen erweiterten Algorithmus und erlaubt zusätzlich im Netzplan die Definition der Dauer einer Aktivität über minimale, wahrscheinliche und maximale Werte für die Terminplanung der Arbeitspakete. Die PERT-Netzplantechnik bietet dem Projekt-Management eine entsprechende Methode zum Berechnen der Gesamtdauer für die Abwicklung der Arbeitspakete im Netzplan. Die Meilenstein-Darstellung ist kein Bestandteil der PERT-Technik für Netzpläne. Der Puffer ist im PERT-Netzplan ebenso wie bei der Critical Path Method aus den unterschiedlichen Ende-Terminen zweier Aktivitäten, die einen gemeinsamen Nachfolger im Plan haben, zu ermitteln.

Im Gegensatz zur nachfolgend dargestellten MPM-Technik kennen CPM-Netzplan und PERT-Netzplan keine spätesten Termine.

In den Projektmanagement-Werkzeugen hat sich allgemein die Darstellungsform und Berechnung der Metra Potential Method (MPM) gegenüber CPM- und PERT-Methode als Netzplantechnik für die Anwendungsentwicklung durchgesetzt.

Ereignisknoten-Netzpläne

Das MPM-Diagramm liefert einen Vorgangsknoten-Netzplan (auch VKN). In der Metra Potential Method werden die Aktivitäten (Vorgänge) im Projekt den Knoten im MPM-Netzplan-Diagramm zugeordnet. In den Kanten der MPM-Netzpläne werden die Bedingungen der Anordnungsbeziehungen (Ende-Anfang, Anfang-Anfang, Ende-Ende; s.a. Bedeutung der Anordnungsbeziehungen in Arbeitsplanung) verwaltet. Der Algorithmus für die Berechnung im MPM-Plan entspricht dem der PERT-Netzplantechnik.
Der maximale Informationsgehalt der Netzpläne in der Darstellung der Metra Potential Method sieht folgendermaßen aus:

MPM-Diagramm

Vorgangsknoten:

1 - Vorgänger-Id,   2 - Vorgangs-Id,   3 - Nachfolger-Id
4 - Vorgangsname
5 - frühestmöglicher Anfangstermin,   9 - Dauer,   7 - frühestmöglicher Endtermin
6 - spätester Anfangstermin,   10 - freie Pufferzeit,   8 - spätester Endtermin

Kante:

11 - Bedingung der Anordnungsbeziehung

Beispiel: Symbole Metra Potential Method Darstellung MPM-Netzplan

Der Meilenstein wird als Vorgang / Aktivität mit gleichem Symbol und einer Dauer = 0 im MPM-Netzplan dargestellt. Die Aufnahme der freien Pufferzeit je Vorgang stellt eine Erweiterung im MPM-Diagramm dar.
Ein Kritischer Pfad in der Terminplanung für ein Projekt lässt sich in den Werkzeugen meist durch eine frei wählbare farbliche Gestaltung kennzeichnen. (Ein Kritischer Pfad wird aus der Folge der Aktivitäten gebildet, zwischen denen kein zeitlicher Puffer existiert.)

MPM-Netzpläne (Kap 2.4)

In der Netzplan-Technik gilt sowohl für CPM, PERT als auch MPM, dass für Produkte in der Diagramm-Darstellung der Netzstruktur kein Platz vorgesehen ist. Die Vorgehensmodelle bzw. der Prozess der Softwareentwicklung ordnen dem Produkt jedoch eine immer größere Bedeutung gegenüber den mit der einen oder anderen Projektmanagement-Methode darstellbaren Aktivitäten zu. So interessiert zum Beispiel bei einer Entwicklung im Informatik-Projekt vorrangig der Terminplan für die Produkt-Fertigstellung und nicht die Definition des Ende von einzelnen Aktivitäten.

Die Projektmanagement-Werkzeuge (zum Beispiel: Primavera) lassen im Rahmen der zugrunde liegenden Methoden und Techniken meist die Definition einer beliebigen Untermenge dieses Informationsgehaltes für die Darstellung der Arbeitspakete und Aktivitäten im Netzplan-Diagramm zu. Die Projektmanagement-Tools haben den Vorteil, zum Beispiel durch die wählbare Darstellung im Netzplandiagramm die jeweils gewünschte Transparenz für den gesamten Projektablauf zu erzeugen. Eine anstehende Prüfung des Netzplans wird damit allgemein erleichtert. Besonders die Hervorhebung von kritischem Pfad und Terminen zu Aktivitäten und Meilensteinen beim Wechsel der Zuordnung von Ressourcen erleichtern die Projektplanung.
Für jeden Zweck der Bearbeitung kann eine optimale Darstellung im Tool aufbereitet werden oder es können Teilpläne extrahiert werden. Ein Teilplan kann zum Beispiel für einen Projektabschnitt oder für eine Arbeitsgruppe erzeugt werden.

Eine Netzplan-Darstellung für die Arbeitspakete im IT-Projekt mit Microsoft Excel als Tool ist zwar (auch auf der Basis einer Vorlage) möglich, aber ein Excel-Netzplan eignet sich hier eher für eine einmalige Aufbereitung zur Präsentation als für eine Nutzung in der Projektarbeit. Auch fehlt in MS Excel die maschinelle Programm-Unterstützung für einen Algorithmus der Netzplantechnik zur Berechnung der Termine.

Für den strukturellen Aufbau eines im Netzplan darzustellenden Projektes liefern die Projektmanagement-Tools meist geeignete Templates. Aus diesen Templates können auch eigene Vorlagen für verschiedene Projekttypen abgeleitet und jeweils modifiziert werden (siehe auch Projektstrukturplanung).

Der gleiche Informationsgehalt wie im Netzplan kann für die Terminplanung auch im Balkendiagramm (Gantt-Diagramm) dargestellt werden. Im Balkendiagramm ist die Definition zusätzlicher Objekte (als Beispiele: Meilensteine, Gruppierung von Aktivitäten, Zuordnung von Ressourcen) in der Darstellung möglich. Auch die zeitliche Überlappung / Überschneidung von Aktivitäten als Folge der Anordnungsbeziehungen ist im Balkendiagramm besser erkennbar.
Für die Anwendung in der Projektarbeit hat sowohl die Technik der Balkenpläne als auch die der Netzpläne im Vorgehen ihre Berechtigung. Netzpläne bieten für umfangreiche Projekte der Anwendungsentwicklung die Vorteile der klareren Darstellung der Abhängigkeiten zwischen den Aktivitäten und der besseren Gesamt-Übersicht. Dagegen bieten die Balkendiagramme Vorteile durch einer kompaktere Darstellung und mehr Informationen in der Grafik.

Zum Thema Methode der Netzplantechnik, der Einbettung in den Prozess IV-Projekt-Management und im Anwendungsbereich der Informatik bietet INffORUM Schulung (Seminar, Workshop, Tutorial), Coaching und Beratung und Unterstützung beim Umsetzen in den verschiedenen Projektmanagement-Tools.

Das Training zu Netzplanmethoden / Netzplantechnik, sowohl Seminar als auch Workshop und Tutorial, kann dabei auf den speziellen Bedarf einer IT-Projekt-Gruppe in der Anwendungsentwicklung zugeschnittenen werden.

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